[Hobby-Sonntag | Persönlich] Steampunk als Hobby

[Hobby-Sonntag | Persönlich] Steampunk als Hobby

13. September 2020 (Buch)Vorstellung Beiträge Hobby-Sonntag Persönlich 0
Hobby-Sonntag

 

Das böse C hat uns alle noch mehr oder weniger im Griff, keiner kann es mehr so recht hören. Weswegen ich mich jetzt nicht mit Begebenheiten aufhalten werde, sondern zum Punkt komme.
Es hat unser Leben verändert, schafft neue Möglichkeiten, das #neuland wird immer mehr ausgetestet und auch Neues hält Einzug in den Branchen, wo man sich eigentlich traf, sich untereinander austauschte, posierte oder auch mal von Stand zu Stand flanierte. Während zum Beispiel die MAG Erfurt (und auch andere, natürlich :D) sich ein gutes Beispiel annimmt, eine Onlinemesse zu mehr zu machen, als nur vor dem Computer zu sitzen, füllen andere ihre Messen mit Livestreams und Onlinebeiträgen.

Beides kann, je nach Betrachter, für den einen langweilig, für den anderen ein Erlebnis werden. Dennoch fehlen sie, diese Messen, wo man sich trifft. Die Feste, auf denen man sein Kostüm, sein Cosplay oder seine Eigenkreation zur Schau trägt.

Und heute möchte ich über ein Hobby von mir sprechen, dass sich all die Jahre irgendwie entwickelt hat. Wo es angefangen hat? Keine Ahnung. Ich könnte weit ausholen und von Computerspielen aus der Kindheit erzählen, die mich in ihren Bann zogen. Aber das möchte ich nicht unbedingt. Sonst will ich diese Spiele wieder spielen und öhm, meine Festplatte ist schon etwas ausgelastet. Also Nein. Lassen wir das einfach.

Fangen wir einfach da an, wo sich die Sehnsucht in etwas Greifbares verwandelt hat. Es ist schon so, dass man mit dem Alter etwas an Selbstbewusstsein gewinnt. Definitiv. Und natürlich das eigene Geld verdient. Zwei linke Hände sind leider nicht sehr ratsam, wenn es um Kostüme geht.
So kam ich, während den Vorbereitungen zu einer Con, auf den Geschmack mich einfach mal nicht in Zivilkleidung unter die Congänger zu mischen.
Nun, Cosplay war da naheliegend.
Aber wenn ich eines weiß, dann, dass die Nadeln nicht in irgendeinem Stoff stecken würden, sondern in meinen Fingern. Also ließ ich es mal lieber mir ein eigenes Cosplay anzufertigen.
Und so setzte ich mal einfach einige Ideen um.
Auf Steamdreams kaufte ich mir schließlich mein erstes Korsett, bei dem großen A mein erstes Hütchen und bei MyCostumes die ersten Perücken.

Schnell kamen so die ersten Outfits im Steampunk zusammen.

Erste Ausstattung Steampunkoutfit für die Magiccon 2019

Zweite Ausstattung Steampunkoutfit zur Magiccon 2019

Steampunk kann klassisch sein. Also die üblichen Farben, die üblichen Kostüme. Aber es gibt auch einige, die möchten den Steampunk bunter machen.
Wenn man an Steampunk denkt, denkt man an Brauntöne, an Gold, an Silber und an viel Technik. Oder zumindest Dampf- oder Ätherbetriebene. Die viktorianische Zeit ist der ausschlaggebende. Korsett oder zumindest eine Corsage ist hier für Frauen Pflicht. Und es hört sich viel Schlimmer an als es ist. Die Korsetts in der heutigen Zeit sind bequemer als die der viktorianischen Zeit. Definitiv bequemer. So kann ich mittlerweile (nachdem ich mich daran gewöhnt habe) mehr als 10 Stunden ein Korsett tragen. Ein Contag ist somit wirklich gut abgedeckt! Aber tanzen sollte ich danach wirklich nicht mehr… Ähm. Zumindest nicht übertrieben.
Was mir immer ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet, sind die Waffen. Da bin ich wirklich darauf angewiesen, dass andere sich künstlerisch austoben. Am besten so, dass man damit auf jede Convention kann. Nicht jede lässt zum Beispiel Pistolen aus harten Materialen zu. Selbst wenn meine Schuhe ähnlich schwer sind (und sich ebenso als Waffe eignen, um jemanden zu verletzten), müssen diese meist nicht am Eingang abgegeben werden. Das erinnert mich daran, dass ich immer noch eine wunderbare Nerf-Waffe Zuhause habe, aber die Farben so mädchenhaft Rosa und Türkisblau sind, dass sie nicht zu meinem Outfit passt. Aber nun ja, ich bin selbst fürs Übermalen scheinbar zu blöd…

Wenn ich jetzt die letzten zwei Jahre zurückblicke, dann sehe ich definitiv Verbesserungspotenzial. Jap. Definitiv! Aber so sind die Anfänge!

Mittlerweile kaufe ich nicht nur im Internet, sondern bin gerne auf kleinen Events. Events, wie die von Mit Zahnrad und Zylinder, den bald kommenden SteamDay Lipsiensis oder von denen, wo die Ätherwelten Steampunk aus Sömmerda mit dabei sind (wie zum Beispiel der Comicpark in Erfurt, wo ich bisher nur in zivil unterwegs war).
Auch kaufe ich meine Korsetts jetzt unterschiedlich ein. Von dicken Stahlstreben bis zu flachen Stahlknochen ist alles dabei. Da ich bei mir leider keine große Auswahl habe, muss so etwas leider online erledigt werden. Ähnliches bei Aqua Make-up oder Schablonen (linke Hände eben, kann keinen geraden Strich, nicht mal mit Lineal…). Aber wenn ein Händler um die Ecke wohnt und auch mal auf einem der Feste dabei ist, so kaufe ich dort sehr gerne ein.

Dort trifft man auf neue Bekanntschaften, auf neue Eindrücke (wie man sein Outfit noch ein bisschen besser gestalten kann oder was man unbedingt ausprobieren muss) und ja, den einen oder anderen, der auch mal ganz neu in die Welt eintaucht.

Beim Steampunk-Fest von Mit Zahnrad und Zylinder; Foto von Choga Ramirez

Steampunkoutfit zum Comicpark Erfurt 2020


Wenn man auf einige andere Events geht, die sich nicht nur mit Steampunk beschäftigen, sondern auch dem Cosplay, wird man schon auch sehr oft angesprochen, wen man darstellt. Beim Comicpark hatte ich eine kleine Unterhaltung, dass mein Steampunk-Outfit, ja ein Cosplay sei, selbst wenn es keine Figur aus irgendeinem Manga, Anime, Film oder Spiel wäre. Ein eigener Charakter eben, die man cosplayt. Weil mit der Perücke (ich hatte eine von Zelda
Breath of the Wild 2) sei es kein einfaches Outfit, sondern eben ein Cosplay.

Ich mag Cosplays sehr, jedoch ist, wie ich finde (ich weiß, diese Diskussion gibt’s jetzt schon etliche Jahre in der Community) meines kein Cosplay gewesen. Nicht weil es nicht selbst gemacht war (wie gesagt, zwei linke Hände), auch nicht, weil ich einen eigenen Charakter (hmm, eigentlich bin ja ich das und kein erfundener, eigener Charakter) darstellte, sondern weil ich es nicht ganz als Cosplay sehe. Ebenso wenig sehe ich mich da in die Gothic-Szene, obwohl es beim WGT ja das viktorianische Frühstück gibt, wo auch Steampunker gern gesehen sind.
Für mich sind die Outfits einfach nur Steampunk. Nicht mehr, nicht weniger. Sie gehören zu mir. Mittlerweile schmuggel ich auch Kleinigkeiten in meine Alltagskleidung. Hier mal eine Brosche, dort ein (seltenes) Haarband oder dort mal (das sehr gern angezogene) viktorianisch angeauchte Kleid.

Natürlich nehme ich gerne den #cosplay, weil dieser zum Beispiel bei Instagram oder Facebook mehr Aufrufe hat als #outifit oder #kostüm. Einfach um gesehen zu werden. Jeder braucht schließlich ein bisschen Bestätigung. Selbst wenn es nur eine kleine ist. Nicht wahr? 

Wenn man darüber nachdenkt, warum Abgrenzung innerhalb verschiedenen (Sub)Kulturen überhaupt notwendig ist, wird man vielleicht (genauso wie ich) zu dem Punkt kommen, dass es eigentlich gar nicht notwendig ist. Alles ist eine Lebenseinstellung. Cosplay, ebenso wie Steampunk. Die Gothic-Szene oder aber jegliche Szene, die in diese Themen übergreift (und glaubt mir, da gibt’s eine Menge).

Beim Kostenfaktor zumindest sind Cosplay, Steampunk oder aber andere (Sub)Genre gleich. Denn man kann bei allen ziemlich viel Geld lassen. Also, ein teures Hobby. Aber eines, dass einen nicht nur in Abenteuer stürzt (mit einem Luftschiff würde ich verdammt gerne mal fliegen!), sondern einen auch vom Alltag ablenkt. Und neue Leute lernt man schnell kennen.

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