[Die Montagsfrage | Persönlich] Was macht eigentlich den Reiz einer Buchmesse aus?

[Die Montagsfrage | Persönlich] Was macht eigentlich den Reiz einer Buchmesse aus?

21. Oktober 2019 Beiträge Fragen & Antworten Montagsfrage Persönlich 0

 

Es ist mal wieder Montag. Ein Montag nach der Buchmesse in Frankfurt. Passend zum Thema wird sich nun auch die Montagsfrage damit beschäftigen.
Die letzte Montagsfrage, die ich beantwortet habe, war, im Übrigen noch bei Buchfresserchen. Also ist dies hier für mich eine kleine Premiere. Es freut mich wieder mit an Bord zu sein!

Wenn ich an meine letzte Buchmesse dieses Jahr in Leipzig zurückdenke (meine erste Messe im Steampunk-Outfit), so habe ich gemischte Gefühle. Ich war als Besucher dort, bin umhergewandert, habe mir diesen und jenen Stand angeschaut und hier und dort reingeschnuppert, doch irgendwie hat etwas gefehlt für mich selbst.
Es ist das Eine als Besucher da zu sein, Gleichgesinnte zu treffen und das Andere Fachgespräche zu führen, Presseveranstaltungen zu besuchen und hier und da auch mal stilles Mäuschen zu spielen, wenn man gerade das Glück hat, dass eine Autorin über ihr Buch plaudert.
Beides hat auf seine Arten einen Reiz. Zum Beispiel hat man mehr Zeit sich mit Gleichgesinnten zu treffen, wenn man nicht von Pressetermin hetzt. Aber dennoch fehlen sie irgendwie die Interviews, die man machen könnte. Es fehlen die Vorschauen der Verlage, das Gespräch mit den Lektoren (wenn man denn mal das Glück hat einen solchen Platz zu ergattern, denn solche Einblicke sind sehr begehrt und auch relativ selten) und die Fachgespräche.
Als normaler Besucher lernt man nur eine Seite kennen. Die, welche man vor den Buchständen sieht. Nur ganz selten gibt es dabei einen Blick hinter das alles.
Der Reiz einer Buchmesse bemisst sich für mich nicht daran, dass ich Autor xyz gesehen habe oder von dem und dem Zeichner ein Autogramm habe. Nein, dafür gibt es eher Conventions in meinen Augen. Auf einer Messe will ich neue Sachen entdecken, in Neues schnuppern und auch mit Gleichgesinnten über die Buchbranche fachsimpeln. Über das Bloggen sprechen und über all das, was sich da noch so ergibt.

Noch gut kann ich mich daran erinnern, wie meine erste Buchmesse als akkreditierter Blogger (war die Messe in Frankfurt) gewesen ist. Dort von Halle X nach Halle A zu hechten. Schnell noch eine Bloggervorschau mit zu machen oder bei Randomhouse sich entsprechend auf ein Interview vorzubereiten. Man will vieles machen, will vieles nicht verpassen. Okay, muss zugeben, dass war zu viel. Und das muss auch nicht sein.
Das gewöhnt man sich schnell ab. Natürlich gibt es hier und da Diskussionsrunden, die definitiv mit rein müssen und dieses und jenes Interview wurde angefragt. Aber ganz wichtig ist auch das Schlendern zwischen den Ständen für mich geworden.
Es hat was Einzigartiges bei den ausländischen Verlagen zu schauen, wie sie so ihre Lesewelten aufbauen. Was Inspirierendes sich ins Gastland zu vertiefen, Lesegewohnheiten und andere Geschmäcker kennen zu lernen. Ebenso den tollen Cosplays mit einem lieb angefragtem Foto Tribut zu zollen.

Unterschiede in den beiden größten Messen sind weitläufig bekannt. Während die Leipziger Messe nach und nach zur Besuchermesse wurde, wo man die gesamten Messetage als Otto-Normalbürger über das Gelände schlendern kann, ist die in Frankfurt erst am Wochenende allen Besuchern geöffnet. Während bei der einen mehr und mehr Aktivitäten auch abends stattfinden, tummelt man sich bei der anderen auf Fachpodien herum.

Beides ist auf seine Art und Weise toll, wobei (das muss ich ehrlich zugeben), ich mittlerweile aus dem Alter raus bin, wo ich nach einem 12 Stunden Tag noch abends eine Veranstaltung besuchen kann. Der ganze Input, den ich auf der Messe erlebt habe, muss ja auch irgendwie verarbeitet werden. Weswegen ich als Liebling ja eher die Frankfurter Buchmesse ins Auge gefasst habe. Ich liebe es sehr auch einen Sprung in andere Lesewelten zu machen. Kennenzulernen, wie man rund um den Globus liest. Zu sehen wie anders die Aufmachung der Stände sind, im Gegensatz zu denen, die man fast jedes Jahr aufs Neue sieht und es (zum Glück mittlerweile immer häufiger!) nur leicht variiert.

Wie seht ihr das? Was sind denn Buchmessen für euch? Und welche der anderen Messen kenn t ihr denn noch so, außer die zwei Bekanntesten in Leipzig und in Frankfurt?

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