[Persönlich] Zwischen neuen Ideen, dem eigenen Anspruch und vielen Veränderungen

[Persönlich] Zwischen neuen Ideen, dem eigenen Anspruch und vielen Veränderungen

31. Januar 2018 Beiträge Persönlich 4
Es ist still geworden in letzter Zeit. In den letzten Wochen… In den letzten Monaten. In den Momenten, in denen es so scheint, als würde alles still stehen, bewegt sich doch alles rasant schnell voran. Und dann gibt es solche Minuten, in denen die Bücher Trost spenden. Aber gleichzeitig auch wieder nicht, denn da gibt es sie… solche Momente, in denen man an sich zweifelt. Schreibe ich eine Rezension über dieses Buch? Braucht es eine Rezension dazu? Warum blogge ich noch? Und wie tue ich es?
Zweifel scheinen immer einen faden Beigeschmack zu haben. Zumindest sind Zweifel immer mit solchen Attributen behaftet. Dass sie was Schlechtes, ja was Ungewolltes sind.
Persönlich muss ich jedoch sagen, dass genau solche mich antreiben. Mir zeigen, was mir selbst nicht mehr gefällt. Mir zeigen, wo ich nicht mehr hinwill.

Es gibt Momente, da wird man sich bewusst, was man eigentlich bezwecken wollte. Wo man eigentlich hin wollte. Das man nicht da sein möchte, wo schon viele vor einen waren und jetzt genau dort ankommen. Sondern ganz wo anders.
In letzter Zeit wird viel geredet, wird viel diskutiert und auch viel gestritten. Es wird in „gute“ und „schlechte“ Buch-Blogger eingeteilt. Die „guten“ Buch-Blogger sind die, die viele erreichen. Am besten einige tausende. Die verdienen dann Geld. Sind professionell und somit natürlich auch wertvoll für Verlage. Was nicht verwerflich ist, wenn man betriebswirtschaftlich darüber nachdenkt.
 
Von Zeit zu Zeit wurde es laut, dann wieder still. Die Flut kam, die Ebbe ging. Es wurde diskutiert, ob man professionell sei, wenn man kein Geld nimmt, wenn man keine Gegenleistung erwartet.
Dies brachte mich zum Grübeln, brachte mich zum Nachdenken. Denn ich habe einen ganz anderen Anspruch an mich. Dieser Blog hier entstand aus einer Leidenschaft. Manchmal hat er viel Arbeit gekostet, dann und wann viele wunderbare Bekanntschaften geschlossen und auch vor allem eines getan: Mir gefallen.
Nein, dies sind keine Zeilen für ein ‚Auf Wiedersehen‘, schon gar nicht mit meinem Anspruch.
 
Ganz im Gegenteil sogar. Ich verändere mich. Wie mein Lesegeschmack sich immer weiter verändert. Ich passe mich nicht meiner Umgebung an, sondern bleibe so wie ich bin. Verändere mich auf meine Weise. Will etwas, dass ich verändere. Etwas, dass ganz mir gehört.
Deswegen habe ich einen Anspruch an mich. Ich möchte keinem Verlag gehören. Auch keinem Autoren. Möchte mich breit fächern. Möchte mehr erleben, als nur ‚Blogger von xyz‘ zu sein. Mein Anspruch ist es professionell zu sein, kein 0815 Content mehr herauszuhauen. Keine x-beliebige Rezension, weil das Buch gerade in aller Munde ist. Ich bin kein Blogger der Wert auf Klicks legt. Klar, dies war im ersten Augenblick etwas, womit man sich messen, mit dem man sich vergleichen konnte. Doch will auch noch dieses Stück meiner Leidenschaft verkaufen, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen? Um mir Rezensionsexemplare, Goodies, Übernachtungen, Treffen, Titel oder Ähnliches zu erbitten? Um meine Miete zu zahlen, weil ja garantiert kein Vermieter die Miete in Bücherseiten nimmt?
 
Nein, ich muss sagen, diesen Anspruch habe ich nicht. Ich will dennoch professionell sein, will dennoch guten Content bieten, vielleicht auch das eine oder andere SEO einbauen (keine Frage), aber ich möchte nicht noch einen weiteren Teil meines Lebens verkaufen. Denn dies bedeutet auch Druck. Bedeutet, dass man die Arbeit, die man reinsteckt als eine Dienstleistung verkauft. Produkte platziert und damit Geld verdient. Dies ist kein Verbrechen und Hut ab, an alle, die diesen Weg gehen. Er ist Traum von vielen. Er zeigt mir aber mittlerweile auch, wo ich mich selbst nicht sehe.
Zufrieden zu sein mit dem was man hat, das ist eigentlich ein kostbares Geschenk. Eines dieser Geschenke, die viele sich wünschen. Und ja, auch ich. Doch es ist Zeit für Veränderungen – denn dieser Blog braucht sie. Sehr sogar.
 
Schon lange habe ich darüber nachgedacht vielleicht sogar auch zu denjenigen zu gehören, die mit ihrer Leidenschaft Geld verdienen. Es ist immer wieder schön für etwas Geld zu bekommen, was man nicht nur aus der Geld Willen macht. Doch das bin nicht ich. Schon gar nicht mein Anspruch.
Ich setzte dennoch die Messlatte wieder höher an, will mich verbessern, will optimieren und auch experimentieren. Will etwas geben und nehme dafür sehr gerne das zurück, worum es mir schon seit Beginn dieses Blogs ging. Um den Austausch; um die Diskussion.
Deswegen wird dieser Blog schon bald in einem anderen Licht erscheinen. Wird sich aus anderen Facetten und Seiten zeigen. Wird voller Diskussion sein und auch verschiedener Meinungen. Denn, auch wenn Saskia bisher ziemlich eingespannt in ihrem Studium war, wird sie sich hin und wieder auch auf ZeilenSprung zu Wort melden. Denn ohne sie wäre ZeilenSprung vielleicht sogar nur zu Bookaholic geworden oder aber zu Book Dreams. Wer weiß das schon… 

 

4 Antworten

  1. Mikka sagt:

    Huhu!

    Ich denke, ich weiß, was du meinst.

    In den letzten Monaten habe ich oft darüber nachgedacht, über was ich eigentlich blogge – zum Beispiel, ob die Bücher, über die ich blogge, überhaupt noch dem entsprechen, was ich wirklich lesen und besprechen will. Ich fühlte mich immer unwohler mit meinen Regalen ungelesenen Bücher, in denen zum Großteil Genres standen, die ich vor 5 Jahren toll fand, aber heute kaum noch lese.

    Einerseits fühlte ich mich verpflichtet, sie noch zu rezensieren, und andererseits… Viele von diesen Titeln hat man schon auf gefühlt 100 Blogs gesehen – braucht die Welt da wirklich noch meine Rezension? Viele, so leid es mir tut, erscheinen mir inzwischen sehr seicht. (Da nenne ich lieber keine konkreten Titel, weil ich niemandem auf den Schlips treten will, der diese Bücher mag.) Auch aus anderen Gründen war ich als Bloggerin einfach nicht mehr dort, wo ich sein wollte.

    Letztendlich führten diese Überlegungen dazu, dass ich fast 100 Bücher aussortiert habe. Einen großen Teil davon konnte ich verkaufen – und mir dafür Bücher kaufen, die eher meinem neuen Lesegeschmack entsprechen, der sich in den letzten 5 Jahren einfach stark verändert hat. Breiter gefächert, mehr verschiedene Genres, mehr Bücher, die mich wirklich fordern…

    Natürlich wird es auch weiter Bücher auf meinem Blog geben, die einfach „nur“ unterhalten. Aber Ich werde versuchen, auch dabei Bücher zu finden, die man nicht schon überall sieht. In jedem Genre gibt es versteckte Perlen.

    Und ich will mehr Content, der über Rezensionen und Social Reading Aktionen hinausgeht. Ich habe zum Beispiel die Rubrik „Lesegelaber“ auf meinem Blog, und diese Rubrik soll mehr Beiträge bekommen, die vielleicht auch Diskussionen auslösen.

    Ich bin gespannt, wie sich euer Block noch entwickeln wird! Ich finde, es ist wichtig, Zweifel nicht immer zum Anlass zu nehmen, aufzugeben, sondern zum Anlass, sich weiterzuentwickeln.

    LG,
    Mikka
    Mikka liest von A bis Z

  2. Hallo Sarah,
    ein schöner Beitrag der mich zum Nachdenken anregt. Mein Blog ist in zwei Sparten aufgeteilt. Zum Einen blogge ich über Bücher und freue mich immer noch über Emails von Autoren, die mir ein Buch an bieten. Zum Anderen zeige ich meine kreativen Werke aus Papier. In der Kreativen Welt ist das miteinander und füreinander viel weiter ausgeprägt. Ich liebe Bücher und fühle mich in der Buchblogger Szene inzwischen sehr wohl, doch ist die Kreative Seite viel herzlicher und arbeitet nicht gegeneinander. Ich hoffe, die Buchblogger finden auch mehr Wege für gemeinsame Aktionen. Ich würde mich freuen.
    LG Kerstin

  3. Pia Lutz sagt:

    Hallo Sarah!

    Ein sehr schöner Beitrag! Zuerst einmal möchte ich sagen, dass mir das Design eures Blog super gut gefällt! Tolle Arbeit, wirklich!

    Ich kann vieles in deinem Beitrag nachvollziehen und ich wünsche dir /euch, dass ihr mit eurem Blog EURE Vorstellungen verwirklichen könnt und nicht die der anderen!
    Ich finde es an sich übrigens nicht schlimm, wenn jemand Geld für seinem Blogger-Sache bekommt, solange er sich dann aber eben treu bleibt. D.h. ich möchte immer noch guten Content & auch ehrliche Rezensionen haben.

    Liebe Grüße,
    Pia !

  4. Erika sagt:

    Hallo Sarah,

    ich besuche Dich heute, weil Du Dich bei der Aktion #litnetzwerk angemeldet hast. Ggenau wie ich auch. Deine obigen Einlassungen finde ich sehr interessant. Du schreibst “In letzter Zeit wird viel geredet, wird viel diskutiert und auch viel gestritten. Es wird in „gute“ und „schlechte“ Buch-Blogger eingeteilt.” Das ist mir auch schon aufgefallen und deshalb möchte ich hier mal meinen Senf dazugeben.
    Es stört mich! Ich mag diese Vergleiche “guter oder schlechter Blog” nicht. Jede und jeder von uns hat andere Lebensumstände. Die einen arbeiten viel und schreiben in ihrem Blog als Hobby – so wie ich, die anderen wollen Geld damit verdienen und stecken ganz viel Zeit hinein. Da kommt dann natürlich auch ganz etwas anderes bei heraus. Für mich ist bloggen nur möglich, wenn ich all meine andere Arbeit erledigt habe, als echtes Hobby. Deshalb lasse ich mich nicht unter Druck setzen. Ja, ich nehme gerne Rezensionsexemplare an, allein schon deshalb, weil sie meist noch vor dem Erscheinen bei mir landen. Das macht Spaß und ich versuche schon, die Bücher zeitnah zu besprechen. Wenn ich es nicht schaffe, dann dauert es eben etwas länger. Ich will mich nicht auch noch in der Freizeit unter Druck setzen lassen. Ich freue mich natürlich auch über Likes. Wenn sie ausbleiben, ist das auch nicht schlimm.
    Wir sollten uns wirklich nicht auch noch gegenseitig fertig machen, indem wir über gute oder schlechte Blogs diskutieren. Ich freue mich über die Vielfalt und die schönen Bekanntschaften, die ich in der Bloggerszene machen durfte.
    liebe Grüße
    Erika

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